Wandtafel Zeitzeugenprojekt

Wandtafeln

Gedenkstätte Andreasstraße Erfurt

Zeitzeugenprojekt zur Aufarbeitung der SED Diktatur

Der Fachbereich Polizei führt seit 2011 in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit allen Studiengängen Zeitzeugenprojekte durch. Außerdem sind die Stiftung Ettersberg und die Außenstelle Erfurt des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik bei der Durchführung des Projekts eingebunden.

Gegenstand dieses Projekts ist die Verfolgung von Regimegegnern durch das Ministerium für Staatssicherheit der DDR und das Kommissariat K 1 der Kriminalpolizei der Deutschen Volkspolizei. Es besteht aus dem Studium von Stasi-Akten (Dokumentenanalyse) und Zeitzeugengesprächen mit Opfern der Stasi.

Didaktischer Ansatz – Warum Zeitzeugenprojekt?

Eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Demokratie- und Diktaturgeschichte im 20. Jahrhundert und der Funktion der Polizei im Nationalsozialismus und in der DDR sollte aus folgenden Gründen Bestandteil des Studiums zum gehobenen Polizeivollzugsdienst sein:

  • Polizisten sollten in Grundzügen über die historische Entwicklung der gesellschaftlichen Institution, die sie repräsentieren, Bescheid wissen;
  • sie sollten wissen, in welchem Maße die Polizei von totalitären Regimen in Deutschland im 20. Jahrhundert missbraucht wurde und sich missbrauchen ließ;
  • sie sollten sich bewusst machen, welche Gefahren des Missbrauchs in der ihnen vom Staat gegebenen Macht über ihre Mitbürger liegen.

Die Beschäftigung mit den Unterlagen der Stasi bietet dabei den Vorteil, dass die Studierenden in der Regel über ihre Eltern und Großeltern einen familiengeschichtlichen, lebenspraktischen Bezug zur DDR-Diktatur haben und dass man das Studium von Stasiakten mit einem Zeitzeugengespräch mit Opfern der Stasi kombinieren kann.

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