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Häusliche Gewalt

Im Notfall 110 wählen!

 

Häusliche Gewalt hat viele Erscheinungsformen. Sie ist ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem und keine Privatsache!

Als häusliche Gewalt werden Gewalttaten bezeichnet, die in Partnerschaften, ehemaligen Partnerschaften oder sonstigen engen familiären Beziehungen zum Nachteil eines Erwachsenen ausgeübt werden. Ob psychische, physische, sexuelle oder wirtschaftliche Gewalt, sie richtet Schaden bei Opfern und ihren Angehörigen an. In den meisten Fällen sind es Straftaten wie Beleidigung, Bedrohung, Körperverletzung, Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, bis hin zu Mord und Totschlag.

Häusliche Gewalt ist weit verbreitet und Täter nutzen die enge Beziehung zum Opfer dabei aus. Deshalb ist es oftmals besonders schwierig, den Gewaltkreislauf zu unterbrechen.

Als Polizei unterstützen wir Sie dabei:
 

  • Bei Gefahr oder Bedrohung sollten Sie unbedingt den Notruf 110 wählen.
     
  • Lassen Sie Verletzungen medizinisch behandeln und gerichtsverwertbar dokumentieren.
     
  • Zeigen Sie Straftaten an, das können Sie bei jeder Polizeidienststelle tun.
     
  • Suchen Sie sich Hilfe und Unterstützung. Reden Sie darüber!
     
  • Eine Vielzahl von Fachberatungsstellen steht Ihnen zur Verfügung, regional, mehrsprachig und teilweise 24 Stunden am Tag.
     
  • Wenn Sie sich zuhause nicht sicher fühlen, können Sie in einem Frauenhaus Schutz finden.
     
  • Für Täter häuslicher Gewalt gibt es Angebote, sich mit der eigenen Gewalttätigkeit auseinanderzusetzen.
     
  • Die Polizei kann dem Täter gegenüber zur Gefahrenabwehr ein Kontaktverbot und eine Wohnungsverweisung aussprechen.
     
  • Das Familiengericht kann Opfern die Wohnung für einen längeren Zeitraum zur eigenen Nutzung zusprechen.

 

Polizeiliche Maßnahmen in Fällen häuslicher Gewalt - Leitlinien der Thüringer Polizei

 

Die Thüringer Interventionsstellen beraten Opfer
nach einem Polizeieinsatz zu Schutz und weiteren Hilfsmöglichkeiten

Interventionsstellen für Opfer häuslicher Gewalt

 

Hilfetelefone

 

Kinder- und Jugendsorgentelefon Thüringen – 0800 – 0080080

Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche – 116 - 111

Elterntelefon – 0800 - 1110550

Pflegetelefon – 030 – 20179131

Hilfetelefon „Schwangere in Not“ – 0800 - 4040020

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ – 0800 - 0116016

Hilfetelefon „Gewalt an Männern“ -  0800 123 99 00

Telefonseelsorge -  0800 - 1110111

Alle Telefonnummern sind kostenfrei!

Stalkerware - Bedrohung und Verfolgung im Netz

Unter Stalking versteht man im Allgemeinen das wiederholte widerrechtliche Verfolgen, Nachstellen, Belästigen, Bedrohen und Terrorisieren einer Person gegen deren Willen bis hin zu physischer und psychischer Gewalt.

In der Regel handelt es sich bei Stalking nicht um eine klar abgrenzbare Einzeltat, sondern vielmehr um eine Reihe an Tathandlungen über einen längeren Zeitraum, die aus strafbaren Handlungen wie übler Nachrede, Verleumdung, Nötigung, Sachbeschädigung, Körperverletzung und Nachstellung bestehen können.

Die IT-Sicherheitsexperten von Kaspersky haben in der jüngeren Vergangenheit eine Ausdehnung bzw. Verlagerung von Stalking-Handlungen ins Netz beobachtet und verweisen in einer aktuellen Studie auf die kontinuierlich steigende Zahl an versuchten Kompromittierungen mit sogenannter Stalkerware.

  • In Ermangelung einer einheitlichen Sprachregelung wurde von der Coalition Against Stalkerware die folgende Arbeitsdefinition für Stalkerware vorgeschlagen: „Stalkerware ist eine Software, die Personen direkt zur Verfügung gestellt wird und Remote-Benutzer in die Lage versetzt, die Aktivitäten des Geräts eines anderen Benutzers ohne Einwilligung dieses Benutzers und ohne ausdrückliche, stete Benachrichtigung dieses Benutzer zu manipulieren, um beabsichtigt oder unbeabsichtigt intime Überwachung, Belästigung, Missbrauch, Stalking und/oder Gewalt zu erleichtern.“

  • Durch die sogenannte Stalkerware erhält ein Täter Zugang zu allem, was bspw. auf dem Smartphone des Opfers passiert. Ohne Wissen oder Zustimmung des Geräteinhabers können so Nachrichten, Fotos und Videos sowie der Standortverlauf einfach und meist remote – das heißt räumlich gesehen aus der Ferne, technisch aber miteinander verbunden – ausgelesen werden.

    Die Anzahl der Stalkerware-Programme auf dem Markt lässt sich kaum schätzen, vermutlich sind es einige Hundert. Zu den häufig identifizierten Stalkerware-Programmen zählen unter anderem MobileTool, iSpyoo, Talklog, Spy Phone App, Reptilucus und FlexiSpy. Manche Anwendungen werden von offiziell registrierten Unternehmen mitunter als Lösungen für die Kinder- und/oder Mitarbeiterüberwachung angeboten. In den meisten Ländern ist der rechtliche Status dieser Programme bei aller nachvollziehbaren Kritik in der Schwebe; Stalkerware kann daher gegenwärtig nicht als Malware betrachtet werden.

    Laut Kaspersky wurden in 2019 weltweit rund 67.500 mobile Nutzer mit Hilfe von Stalkerware attackiert. Deutschland steht mit einem Zuwachs von 77 Prozent im Vergleich zum Vorjahr im weltweiten Vergleich an dritter Stelle – in Europa sogar auf einem traurigen ersten Platz.

     
  • Grundsätzlich kann jeder Mensch Opfer von Cyberstalking werden. Die bislang verfügbaren Daten zeigen jedoch, dass meistens Frauen Opfer des Technologie-Missbrauchs werden, während die Männer meistens die Gewalttäter sind. Dessen ungeachtet sind weitere Forschungen zur geschlechterspezifischen Natur der Verwendung von Stalkerware erforderlich. Die vorliegenden Studien zeigen darüber hinaus in aller Deutlichkeit, dass rund 70 Prozent der Frauen, die Opfer von Cyberstalking geworden sind, gleichzeitig auch physischer und/oder sexueller Gewalt durch den Intimpartner ausgesetzt sind. Das ist eine Fortsetzung des besorgniserregenden Trends der geschlechterspezifischen häuslichen Gewalt.

  • Datenverbrauch ist gestiegen: Stalker-Apps übertragen im Hintergrund Daten. Wenn also ein plötzlicher Anstieg des Verbrauchs entdeckt wird, ist dies ein mögliches Anzeichen für Handy-Spionage.

    Smartphone langsam, Akkuleistung sinkt: Nicht nur der Datenverbrauch wird von den Hintergrundaktivitäten beeinflusst, sondern auch die Leistung des Smartphones. Wenn ein Gerät plötzlich auffallend langsam wird oder ständig aufgeladen werden muss, könnte dies auf eine heimlich installierte Stalkerware hindeuten. 

    Unbekannte Apps: Wer bei regelmäßigen Aufräumaktionen im eigenen Smartphone über Apps stolpert, die er nicht selbst installiert hat, könnte Opfer einer Stalkerware-Attacke sein.

    Hintergrundgeräusche beim Telefonieren: Wiederkehrende Hintergrundgeräusche, die Telefonierende sich nicht erklären können, deuten eventuell auf ein Abhören oder Aufzeichnen von Telefonaten hin.

    Jemand weiß zu viel: Kommt es häufiger vor, dass Bekannte, Freunde oder (Ex-) Partner mehr wissen, als sie eigentlich sollten? Dann könnte jemand eine digitale Wanze im Smartphone installiert haben.

  • Kontrollieren Sie, welche Apps sich auf dem Telefon befinden und was sie tun!
    Prüfen Sie alle Apps auf Ihrem Endgerät – Welche Anwendungen nehmen wie viele Ressourcen in Anspruch? Googeln Sie im Zweifel die Namen der Apps und verschaffen Sie sich Klarheit über deren Zweck und Funktionsweise.

    Schalten Sie den Virenscanner ein!
    Auch wenn manche Schadprogramme klüger sind als die gängigen Virenscanner, so sollten Sie doch nichts unversucht lassen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Virenscanner aktiviert ist und führen Sie einen Scan durch.

    Löschen Sie die Stalkerware nicht!
    Wenn Sie die Stalkerware eigenständig löschen, bekommt der Täter dies mit und ist vorgewarnt. Die Webseiten www.polizei-beratung.de oder www.stopstalkerware.org bieten weitere Hilfestellung und Kontakte zu Anlaufstellen. Sollten Sie diesen Weg nicht gehen wollen, dann empfiehlt sich ein Zurücksetzen aller Geräte auf die Werkseinstellungen.

    Ändern Sie Ihre Passwörter!
    Das Ausmaß der Stalking-Aktivitäten richtig einzuschätzen, ist fast unmöglich. Um dem Täter sein perfides Handeln so schwer wie möglich zu machen, ändern Sie am besten Ihre Passwörter. Beachten Sie hierbei die Empfehlungen zur Erstellung sicherer Passwörter! Idealerweise richten Sie eine Zweifaktor-Authentifizierung ein. 

    Richten Sie eine geheime E-Mail Adresse ein!
    Erstellen Sie eine neue, nur Ihnen bekannten E-Mail-Adresse und verknüpfen Sie Ihre wichtigsten Konten mit dieser.

    Schränken Sie den Kamerazugriff ein!
    Schalten Sie die Berechtigungen für alle Anwendungen aus, die keinen Zugriff auf Ihre Webcam benötigen.

    Besorgen Sie sich ein Wegwerfhandy!
    Erwägen Sie, sich für die Zeit Ihrer Recherchen ein so genanntes “Burner Phone” zu besorgen, mit dem Sie vertrauliche Dinge erledigen.

    Meiden und melden Sie verdächtige Personen!
    Generell sind Sie gut beraten, bei jeder Form von Stalking oder Belästigung im Internet die „IBM-Regel“ anzuwenden: Ignorieren, Blockieren, Melden.

Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte - ZAnK

„Kindschaftskonflikte mit Auslandsbezug, seien es Auseinandersetzungen um Sorge- und Umgangsrecht oder die Entführung eines Kindes aus oder nach Deutschland, stellen Betroffene und Fachleute häufig vor besondere Herausforderungen.“

Das polizeiliche Tätigwerden in Fällen von Kindesentziehungen stellt sich aufgrund der dem Delikt häufig innewohnenden hohen Emotionalität und des Zusammentreffens von Straf- und Zivilrecht für die handelnden Polizeibeamt/innen nicht immer einfach dar.

Die grenzüberschreitenden Fälle von Kindesentziehung treten überwiegend in binationalen Ehen und Partnerschaften auf, nach deren Scheitern oder Scheidung der (oft ausländische) Vater oder die (oft ausländische) Mutter ein oder mehrere gemeinsame Kinder ohne Wissen oder gegen den Willen des in Deutschland lebenden Elternteils in sein/ihr Heimatland verbringt. Gelegentlich werden die Kinder auch der Pflege dort lebender Familienangehöriger überlassen, und der entziehende Elternteil kehrt ohne die Kinder nach Deutschland zurück.

Die zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte (ZAnK) berät bundesweit sowohl Betroffene als auch Fachleute (wie Polizei) zu grenzüberschreitenden Kindschaftskonflikten. Eine frühzeitige Einbindung, evtl. noch im Vorfeld einer möglichen Entführung, ist dabei wünschenswert.

 

 

 

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